Freundeskreis der Wieslocher Städtepartnerschaften e.V.

Amarante - Fontenay-aux-Roses - Sturgis - Ząbkowice Śląskie
Frankenstein-Wochenende und Erntedankfest in Ząbkowice Śląskie 29./30.8. und 31.8.2014
Wiesloch/Ząbkowice Śląskie. Während in der Weinstadt das erste Winzerfestwochenende gefeiert wurde, folgte eine vierköpfige Delegation der schon traditionellen Einladung der polnischen Partnerstadt zum XVI. Frankenstein-Wochenende und zum gemeinsamen Erntedankfest der Stadt und des Landkreises Ząbkowice Śląskie. Auf "klassischer Heer- und Handelsstraße Nürnberg - Prag - Königgrätz - Breslau gelangten die vier Wieslocher am Freitag nach Ząbkowice Śląskie, wo sie von den Gastgebern und zwei weiteren Delegationen aus Uchte (Niedersachsen) und Sławno (Westpommern) schon erwartet wurden. Alle Delegationen wohnten im Traditionshaus „Hotel Dolnośląska“.

Nach dem Abendessen präsentierten die Gastgeber die neuen Attraktionen des Frankenstein-Wochenendes wie etwas die Inszenierung: "Auf den Spuren Dr. Frakensteins" oder "Der Saal der Totengräber" im Keller des historischen Rathauses.   Dann ging es zur offiziellen Eröffnung des XVI. Frankenstein-Wochenendes in die historische Schlossruine.

Schon traditionell gabe es am Samstag zunächst ein Kulturprogramm, es ging ins Kloster Heinrichau (lateinisch Heinrichovium; polnisch Klasztor Henryków), eine Zisterzienserabtei im niederschlesischen Henryków. Im Rahmen einer Führung wurden die Bauten und die Historie vorgestellt. Im Heinrichauer Gründungsbuch, einer lateinisch verfassten Klosterchronik, die  sich heute in den Sammlungen des erzbischöflichen Museums in Breslau befindet, findet sich der Satz „day ut ia pobrusa, a ti poziwai“, der als das älteste überlieferte Sprachdenkmal der altpolnischen Sprache gilt.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen im "Biesiadny Dwór" in Cieplowody ging es zurück nach Ząbkowice Śląskie, zu den vielfältigen Aktivitäten des XVI. Frankenstein-Wochenendes. Im historischen Museum wurde der Prozess gegen die Totengräber szenisch nachgestellt, der schiefe Turm konnte bestiegen werden, im schiefen Turm wurde die neu eingerichtete Folterkammer und das Hungerverlies präsentiert, auf dem Marktplatz tummelten sich Henker und Folterknechte und das örtliche Eiscafe präsentierte sein berühmtes Frankenstein-Eis, das es schon bis in die "Warschauer Notizen" des Deutschen Fernsehens brachte.

Zum feierlichen Abendessen mit den Gästen aus Wiesloch, Uchte und Sławno kamen neben Bürgermeister Marcin Orzeszek, Andrzej Dominik, Vorsitzender des Stadtrats, und Vizebürgermeisterin Ewa Figzał auch weitere Vertreter aus Politik und Verwaltung. Klaus Rothenhöfer, stellvertretender Oberbürgermeister und Vorsitzender des Freundeskreis der Wieslocher Städtepartnerschaften, bedankte sich für die Einladung. Seit dem Fall des Eisernen Vorhangs habe er zahlreiche Ziele in Polen besucht und es habe ihm überall sehr gut gefallen, aber in Ząbkowice Śląskie gefalle es ihm am besten, hier fühle man sich unter Freunden. Er erneuerte die Einladung der Stadt Wiesloch zu einem Gegenbesuch anlässlich des Stadtfestes Ende September. Politik blieb an diesem Abend nicht ausgeklammert, man merkte durchaus, dass man rund 700 km näher an der Ukraine ist als in Wiesloch, und so wurde  die während des Essens hereinkommende Meldung, Polens Ministerpräsident Donald Tusk werde neuer EU-Ratspräsident, von den polnischen Gastgebern sehr zufrieden aufgenommen.

Mit backstage-Berechtigungen ausgestattet ging es dann zum open-air Konzert, bei dem neben polnischen Gruppen die auch in Deutschland bekannte Formation Ray Wilson, GENESIS CLASSIC auftrat. Den Abschluss des Frankenstein-Wochenendes bildete ein großes Feuerwerk, Gastgeber und Gäste saßen noch lange zusammen, polnische Gastfreundschaft half, die Sprachbarriere zu überwinden.

Der Spaziergang am Sonntag Morgen führte die Wieslocher Besucher auch in den kurz vor der Eröffnung stehenden "Sibirien Park", der seinen Namen zur Erinnerung an die nach Sibirien verschleppten Polen trägt. Mitten in der Stadt entstand hier eine weitläufige  Parkanlage mit großzügigem Kinderspielplatz.

Erstmals nahmen Besucher aus Wiesloch am Erntedankfest der Stadt und des Landkreises Ząbkowice Śląskie teil. Das Fest im Sportstadion, an dem sich die ländlich geprägten Ortsteile und Dörfer der Umgebung beteiligten, begann mit einer Feldmesse, ganz in der katholisch-polnischen Tradition. Dann stellten sich die einzelnen Mitwirkenden mit Musik- und Tanzdarbietungen vor und es gab ländliche Wettkämpfe. Jedes Dorf hatte eine traditionelle Erntekrone mitgebracht, aus denen dann die schönste prämiert wurde. Leider setzte im Laufe des Nachmittags dann Regen ein, der die Darbietungen und den Vergnügungspark beeinträchtigte.

Voller neuer Eindrücke und tief beeindruckt von der polnischen Gastfreundschaft kehrte die Delegation in die Weinstadt zurück. Zum Wieslocher Herbstmarkt erwartet man die Freunde aus Ząbkowice Śląskie zu einem Gegenbesuch.


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