Freundeskreis der Wieslocher Städtepartnerschaften e.V.

Amarante - Fontenay-aux-Roses - Sturgis - Ząbkowice Śląskie
Tage und Nächte des Schiefen Turms in Ząbkowice Śląskie 12.7. - 13.7.2013

Anlässlich des 15-jährigen Jubiläums der Städtepartnerschaft zwischen Ząbkowice Śląskie und der Weinstadt weilte eine siebenköpfige Delegation vom 11.7. bis 14.7 in Niederschlesien. Eingebettet waren das Partnerschaftsjubiläum in die Veranstaltung "Tage und Nächte des Schiefen Turms".
Nachdem man im neu eröffneten Traditionshaus „Hotel Dolnośląska“ Quartier bezogen hatte, erkundete die Reisegruppe bei einem Rundgang unter Führung des Vorsitzenden des Freundeskreis der Wieslocher Städtepartnerschaften, Klaus Rothenhöfer, die Altstadt der Partnerstadt, insbesondere den Marktplatz, das neugotische Rathaus aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, den schiefen Turm, die katholische Pfarrkirche St.Anna und das Schloss aus dem 13. Jahrhundert. Zum Abendessen mit den Gästen aus Wiesloch kamen Bürgermeister Marcin Orzeszek, Andrzej Dominik, Vorsitzender des Stadtrats, und Vizebürgermeisterin Ewa Figzał
Eine besondere Attraktion für die Wieslocher Gäste hatten sich die Freunde aus Ząbkowice Śląskie für den zweiten Tag ausgedacht, einen Besuch im Schloss „Ksiąz“, früher Schloss Fürstenstein, größtes Schloss Schlesiens. Ende des 13. Jahrhunderts errichtet und in der Folgezeit immer wieder um- und ausgebaut, sollte im Zweiten Weltkrieg hier eine Luftwaffenschule eingerichtet und das Kellersystem im Rahmen des "Projektes Riese" als Lager-, Aufenthalts- und Führungsort höherer und höchster Führungsstäbe ausgebaut werden. Nach der Übergabe an die Organisation Todt im Jahre 1943 wurde unter größter Geheimhaltung durch KZ-Häftlinge des KZ Groß-Rosen (Außenlager Riese) ein Gangsystem unterhalb des Schlosses  errichtet, das dem Aufenthalt höherer und höchster Wehrmacht- und SS-Führer und als deren Kommandozentrale dienen sollte. Unter ausserordentlich sachkundiger Führung in deutscher Sprache wurden die Besucher mit der vielfältigen Geschichte des Schlosses vertraut gemacht.
Nachmittags traf man sich zum gemeinsamen Grillen der Partnerstädte - inzwischen waren auch die Gäste aus Uchte/Niedersachsen eingetroffen, bei der Sporthalle der 3. Oberschule "Władysław II. Jagiełło". Frau Dr. Svenja Kuhfuß, die neue Leiterin des Ottheinrich-Gymnasiums nutzte diese Gelegenheit, die Austauschschule und ihren ebenfalls neuen Leiter Tomasz Błauciak, kennen zu lernen. Leider meinte es das Wetter an diesem Tag nicht gut mit den Stadtfest "Dni i Nocy Krzywej Wieży" in Ząbkowice Śląskie, Regen und Kälte beeinträchtigten die open-air-Veranstaltung.
Ganz international war das Programm der Gastgeber für ihre deutschen Gäste aus Wiesloch und Uchte am Samstag, es ging in die 70 km entfernte Partnerstadt Červený Kostelec in Tschechien. Hier stand ein Besuch des städtischen Theaters und des Božena-Němcová-Hauses auf dem Programm wie auch ein Akkordeon-Konzert der städtischen Musikschule speziell für die Gäste aus Deutschland und Polen.
In einer kleinen Feierstunde am Nachmittag erinnerten Bürgermeister Marcin Orzeszek und Oberbürgermeister Franz Schaidhammer an 15 Jahre gelebte Partnerschaft. An der Zermonie nahmen als Ehrengäste teil der Landrat des Kreises (Powiat) Ząbkowicki, Roman Fester, der ehemaligen Bürgermeister Roman Miszkiewicz, der die Partnerschaftsurkunde mit Wiesloch unterzeichnete hatte, und der ehemalige Bürgermeister Józef Marcinków, der die Partnerschaft mit Uchte begründete. Symbolisch bekräftigt wurde die Städtepartnerschaft durch die gemeinsame Pflanzung einer Eiche durch Bürgermeister Marcin Orzeszek und Oberbürgermeister Franz Schaidhammer.
Festlicher Höhepunkt des Treffens war ein Galaabend im fünf Kilometer östlich gelegenen Stadtteil Stolec, aus dem einige der Besucher aus Uchte stammen. Gut fünfzig Besucher aus Niedersachsen, deren Gastgeber, Vertreter aus Politik und Verwaltung sowie die Wieslocher Besucher erlebten polnische Gastfreundschaft, die Frauen aus Stolec hatten ein üppiges Abendessen vorbereitet in dessen Verlauf auch polnische Spezialitäten wie Żurek oder Bigos gereicht wurden - vom Wodka garnicht zu reden. Bürgermeister Marcin Orzeszek, Oberbürgermeister Franz Schaidhammer und Uchtes Bürgermeister Reinhard Schmale betonten die Bedeutung der Freundschaften zwischen den Partnerstädten und deren Menschen, denn, so Franz Schaidhammer, Freundschaften gibt es nicht zwischen Staaten sondern nur zwischen Menschen. Nicht nur gegessen, getrunken und getanzt wurde an diesem Abend, Singen gehörte auch dazu, wobei die Wieslocher dank der Tonsicherheit von Eugen Wickenhäuser auch nur zu siebt mit dem Badnerlied gegen die weitaus zahlreicheren Gastgeber bzw. Besucher aus Uchte bestehen konnten.
Kurzfristig wurde das Programm am Abreisetag geändert, da einige Wieslocher Teilnehmer bisher noch nicht in Breslau gewesen waren. Unter Führung von Klaus Rothenhöfer unternahmen die Besucher einen gut zweistündigen Rundgang über den Marktplatz, den Salzmarkt, vorbei an der Heilige-Elisabeth-Kirche, durch das Universitätsviertel zur Dominsel und zum Dom. Vorbei am Panorama Racławicka und durch die Galeria Dominikańska führte der Weg zurück zum Marktplatz. Während des Rundgangs stießen die Wieslocher auch immer wieder auf einen der inzwischen über 250 "Breslauer Zwerge", der jüngsten Touristenattraktion Breslaus. Voller neuer Eindrücke kehrte die Delegation in die Weinstadt zurück.


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