Freundeskreis der Wieslocher Städtepartnerschaften e.V.

Amarante - Fontenay-aux-Roses - Sturgis - Ząbkowice Śląskie
La commémoration de l'Armistice du 11 novembre 1918

Fontenay-aux-Roses/Wiesloch Während in Paris mehr als sechzig Staatschefs aus aller Welt zusammen mit Präsident Emmanuel Macron des Endes des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren gedachten, nahm eine Wieslocher Delegation an den Feierlichkeiten in der Partnerstadt Fontenay-aux-Roses teil. Seit 2008, dem 90. Jahrestags des Waffenstillstands von 1918 ist eine Wieslocher Delegation eingeladen, an diesem für Frankreich so wichtigen, hoch emotional besetzten Gedenktag teilzunehmen und an der Kranzniederlegung mitzuwirken. Die Wieslocher sind inzwischen vertraute Gäste der Feierlichkeiten zum 11. November geworden.
Bestand die Delegation in den vergangen Jahren in der Regel neben dem Oberbürgermeiter und dem Vorsitzenden des Freundeskreises der Wieslocher Städtepartnerschaften aus ehemaligen Kriegsteilnehmern des Zweiten Weltkriegs oder Vertretern sozialer Organisationen, so nahmen dieses Mal auf Anregung von Stadtrat Klaus Rothenhöfer, Freundeskreisvorsitzender, Jugendliche aus Wiesloch an dem Gedenken teil., Amadea Blaut, Antonia Braun, Sarah Yassine, Schülerinnen des Ottheinrich Gymnasiums trugen in ihrer auf französisch gehaltenen Rede ihre Gedanken zum Endes des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren vor.
Heute ist der Tag, an dem wir alle zusammenkommen, um zu trauern, zu gedenken, aber auch zu feiern. Wir feiern, dass das große Leid des Ersten Weltkrieges vor genau einhundert Jahren ein Ende gefunden hat und wir endlich in Frieden, Sicherheit und ohne ständige Furcht vor dem Ungewissen und vor Verlust leben können. Aber ganz besonders feiern wir, dass sich das spannungsgeladene Verhältnis zwischen Deutschland und Frankreich in Freundschaft gewandelt hat (l´amitié franco-allemande). Das beste Beispiel erleben wir hier und jetzt. Aufgrund der Partnerschaft zwischen Fontenay-aux-Roses und Wiesloch, die schon seit 1974 besteht und regen Austausch ermöglicht, können wir hier gemeinsam stehen.
Über Jahrhunderte gehörten Kriege zum heutigen Europa dazu. Als aber der französische Außenminister Robert Schumann 1950 erstmals die europäische Idee formulierte, begann sich das Europa, wie wir es heute kennen, zu formen. Insgesamt gibt es bis jetzt, seit 70 Jahren Frieden, der längste Zeitraum bisher, wenn man zurückblickt, was Europa zu einem außerordentlich erfolgreichen Friedensprojekt macht. Krieg in Europa ist mittlerweile unvorstellbar, und das nicht nur, weil wir wirtschaftlich zusammenarbeiten, sondern auch, weil wir aktiv Frieden fördern, indem Konflikte an Verhandlungstischen und nicht in Schützengräben gelöst werden. Heute bietet die EU einer halben Milliarde Europäern ein sicheres und freies Leben und hat den Friedensnobelpreis für die Verbreitung von Frieden, Versöhnung, Demokratie und Menschenrechte erhalten.

Die französischen Gastgeber zeigten sich sehr beeindruckt, zahlreiche Französinnen und Franzosen suchten das Gespräch mit den Mädchen und dem Rest der Delegation. Auch für die Gastgeber wirkten Kinder und Jugendliche mit. In Fortsetzung des Projekts „Hundert Botschafter für den Frieden“ das Iris Graf, Französischlehrerin am Ottheinrich Gymnasium, mit einer 10. Klasse begonnen hatte, trugen Schülerinnen und Schüler einer Grundschule ihre Gedanken zm Thema „Was ist Frieden“ vor. Chor und Orchester der Jugendmusikschule trugen die National- und die Europahymne vor.
Oberbürgermeister Dirk Elkemann führte in seiner Rede aus:
Aus dem letzten Weltkrieg gibt es immer weniger Zeitzeugen. Umso wichtiger ist es, die Erinnerung wach zu halten und für die kommende Generation zu erneuern, damit nicht dieselben Fehler gemacht werden, wie früher. Aus diesem Grund haben wir junge Menschen zu dem Gedenktag mitgebracht.
Denn auch wenn wir es uns kaum vorstellen können und den Krieg zumeist aus Erzählungen unserer Eltern und Großeltern kennen, muss uns immer klar sein: Frieden ist nicht selbstverständlich! Der Blick in die Welt zeigt deutlich, wie fragil der Frieden sein kann.
Freundschaften zwischen Menschen sind das beste Mittel, Frieden zu sichern. Wir sind stolz auf die seit Jahrzehnten bestehende Städtepartnerschaft zwischen Fontenay-aux-Roses und Wiesloch. Deshalb mein Appell an Euch, die jungen Menschen: Nutzt diese Partnerschaft, nutzt jede Gelegenheit, besucht Euch gegenseitig, schließt Freundschaften! Denn wer Freunde anderer Nationalität hat, für den bleibt der Frieden mit dem jeweils anderen Land ebenfalls eine Selbstverständlichkeit.




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