Freundeskreis der Wieslocher Städtepartnerschaften e.V.

Amarante - Fontenay-aux-Roses - Sturgis - Ząbkowice Śląskie
La commémoration de l'Armistice du 11 novembre 1918

Wiesloch/Fontenay-aux-Roses. Schon traditionell nimmt alljährlich eine Wieslocher Delegation an der Gedenkveranstaltung an das Ende des Ersten Weltkriegs am 11. November 1918 in der französischen Partnerstadt Fontenay-aux-Roses teil. In diesem Jahr wurde am Vorabend des Nationalfeiertags die Partnerschaftsurkunde zwischen Fontenay-aux-Roses und Ząbkowice Śląskie feierlich unterzeichnet.
Die Veranstaltung anlässlich der feierlichen Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde begann mit einer Gedenkminute für den wenige Tage zuvor verstorbenen ehemaligen Deutschen Bundeskanzler Helmut Schmidt. Bürgermeister Laurent Vastel würdigte den großen Staatsmann und überzeugten Europäer.
Seit ihrem Amtsantritt sei es der neuen Mehrheit im Gemeinderat der Stadt Fontenay-aux-Roses ein Anliegen gewesen, eine Partnerschaft mit einer polnischen Stadt einzugehen. Dabei habe man an frühere Kontakte mit Ząbkowice Śląskie angeknüpft. In mehreren Treffen, unter anderem auch in Wiesloch, habe man die Partnerschaft vorbereitet. Bürgermeister Laurent Vastel lobte den Einsatz von Oberbürgermeister Franz Schaidhammer, der am 31. Dezember aus dem Amt scheidet. Er habe sich immer engagiert für die Partnerschaften eingesetzt. Als Dank und Anerkennung verlieh er ihm die Ehrenbürgerschaft und die Verdienstmedaille von Fontenay-aux-Roses. Gleichzeitig begrüßte er den zukünftigen Oberbürgermeister Dirk Elkemann, der mit der Wieslocher Delegation zum Antrittsbesuch nach Fontenay-aux-Roses gekommen war.
In der offiziellen Partnerschaftsurkunde verpflichten sich die Bürgermeister der beiden Städte feierlich, durch ihre Zusammenarbeit und den Austausch, die universellen Werte der Brüderlichkeit, Freiheit, Demokratie, Gleichheit und Rechtsstaatlichkeit zu fördern, dauerhafte Verbindungen zwischen den Städten aufrecht zu erhalten, und jede gemeinsame Aktion zu diskutieren und umzusetzen, die geeignet ist, einander in allen Bereichen im Rahmen ihrer Zuständigkeit zu bereichern, sowie nach den Regeln der Gastfreundschaft zu handeln, mit Respekt für unsere Unterschiede, in einer Atmosphäre des Vertrauens und im Geist der Solidarität.
In zahlreichen Gesprächen im Kreise der geladenen Gäste wurde der Geist der Freundschaft vertieft, die deutsche und die polnische Delegation beendeten den Abend gemeinsam mit einer improvisierten Geburtstagsfeier.
Am Gedenktag, dem 11. November, wurde in der offiziellen Ansprache zur Erinnerung an den Waffenstillstand 1918 an die Kriegsereignissr des Jahres 1915 erinnert, dem "möderischsten Jahr des ganzen Konflikts". Nach fast 15 Monaten Krieg war der Bewegungskrieg in einen Stellungskrieg übergegangen, bei dem für kurzfristige Geländegewinne jeweils hunderte und tausende Soldaten geopfert wurden. Das Gedenken galt neben den Opfern der "Kriege von gestern", dem "Großen Krieg", dem zweiten Weltkrieg und den Kriegen der Entkolonialisierung, auch den Opfern der heutigen Auslandseinsätze.
Im Gedenken an alle Opfer von Krieg und Terror legten Oberbürgermeister Franz Schaidhammer zusammen mit dem Vorsitzenden des Freundeskreises der Wieslocher Städtepartnerschaften, Klaus Rothenhöfer, für die Stadt Wiesloch sowie Ewa Figzał, stellvertetende Bürgermeisterin, und Andrzej Dominik, Vorsitzender des Stadtrats, für die Stadt Ząbkowice Śląskie jeweils ein Blumengebinde am Ehrenmal nieder. Begleitet wurde die würdige Feier vom "Chorale du Conservatoire à rayonnement intercommunal de musique et de danse", die die Europhymne auf deutsch und französisch vortrugen. In einer weiteren Ansprache auf dem städtischen Friedhof wurde insbesondere der Rolle der Frauen während des Krieges gedacht, die zuhause in der Landwirtschaft, im Gewerbe und in der Industrie die Plätze der an der Front kämpfenden Männer übernehmen mussten.
Am Nachmittag dieses Tages hatten die Gastgeber für ihre polnischen und deutschen Gäste einen Besuch des Eiffelturms und eine abendliche Seinefahrt vorgesehen. Auf Anregung von Klaus Rothenhöfer, besuchte man auf dem Weg von der U-Bahn zum Eiffelturm auch das Denkmal für die deportierten Juden Frankreichs. Die abendliche Seine-Fahrt mit den Bateaux Mouches de Paris war insbesondere für die erstmaligen Paris-Besucher unter den Gästen ein besonderes Erlebnis. Mit einem gemeinsamen Essen der Repräsentanten aller drei verschwisterten Gemeinden, Fontenay-aux-Roses, Wiesloch und Z?bkowice ?l?skie endete der denkwürdige Tag. Am Morgen des Abreisetags gab es noch genügend Gelegenheit, Fontenay-aux-Roses, seine Straßen, Parks, Bistros und Geschäfte kennenzulernen. Gegen Mittag machte sich die polnische Delegation auf die lange, bis 3:30 Uhr dauernde, Pkw-Heimfahrt, die deutsche Delegation wäre mit RER, Metro, ICE und S-Bahn in 4 1/2 Stunden wieder in Wiesloch gewesen, hätte sich nicht wegen eines Personenunfalls auf der Schnellfahrstrecke die Abfahrt in Paris est um über 3 Stunden verzögert. Voller glücklicher Eindrücke nach drei Tagen partnerschaftlicher Begegnung konnte niemand erahnen, welch schrecklicher Terror nur einen Tag später Frankreich heimsuchen würde.


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