Schülerinnen und Schüler der Realschule zu Gast in Fontenay-aux-Roses
Austausch zwischen der Bertha-Benz-Realschule und dem collège Les Ormeaux
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Zweiundzwanzig Schülerinnen und Schüler der achten und neunten Klassen, die sich für das Wahlfach Französisch entschieden haben, weilten in der zweiten Oktoberwoche zusammen mit den Lehrkräften Anette Bräunling und Hans-Michael Schalber  in Fontenay-aux-Roses. Die Franzosen waren bereits im Mai zu Besuch in Wiesloch gewesen.
Wie beim klassischen Schüleraustausch üblich, wohnten die Deutschen bei den Familien ihrer französischen „corres(pendants)“ und erhielten so einen guten Einblick in das Alltagsleben der Franzosen. Bei allen Annäherungen unserer Lebensweise infolge der Globalisierung und Europäisierung fiel den Teilnehmern aber auf, dass
zwischen beiden Ländern immer noch erhebliche Unterschiede im Alltagsleben zu beobachten sind. Dies rührt schon allein daher, dass die Ganztagsschule in Frankreich der Regelfall ist und vor allem im Großraum Paris die Frauenerwerbsquote höher ist als bei uns. Unter der Woche bleibt wenig Zeit füreinander. Die gemeinsame Gestaltung des Wochenendes erfährt deshalb einen noch höheren Stellenwert als bei uns.
Auch fiel den Teilnehmern auf, dass sich die französischen Jugendlichen häufiger als das bei uns üblich ist nach der Schule auf öffentlichen Plätzen oder an Sportstätten treffen, um miteinander zu kommunizieren.
Die Lehrerinnen und Lehrer des dortigen collège Les Ormeaux, Nathalie Jonard und Melie Jouassin, hatten ein ereignisreiches Programm vorbereitet. Da Fontenay-aux-Roses eine Stadt am südlichen Rand des Großraums Paris ist, lag der Schwerpunkt natürlich auf der Erkundung der Sehenswürdigkeiten der französischen Hauptstadt.
Neben einer Bootsfahrt auf der Seine entlang der Schauseite der Stadt besuchte man das Centre George Pompidou (hier das Museum für moderne Kunst), die Champs Elysés und den Arc de Triomphe sowie natürlich den Eiffelturm. Aber auch der Norden von Paris  stand auf dem Programm, wo die Basilika von Saint-Denis (Königsgräber vom 5. – 17. Jahrhundert) und „Le Stade de France“ mit seinen 80 000 überdachten Sitzplätzen besichtigt wurden.
Ganz in der Nähe von Fontenay-aux-Roses befindet sich das Schloss von Versailles mit seiner großartigen Parkanlage – übrigens Vorbild für unser Schwetzinger Schloss. Nach einem Rundgang durch die Prachtsäle des Schlosses, wobei natürlich vor allem „La Galerie des Glaces“ (Spiegelsaal) beeindruckte, waren Bummeln und Picknick in den „Jardins“ angesagt.
Beeindruckend war auch der freundliche Empfang im Rathaus am Samstagmorgen durch Bürgermeister Pascal Buchet und die Partnerschaftsbeauftragte Frau Miller. Nach einer kurzen Ansprache des Bürgermeisters vor dem Rathausportal  - unter der Europaflagge - war anschließend im Gebäude ein leckeres Büffet vorbereitet. Alle Teilnehmer erhielten ein T-Shirt sowie eine Mütze mit Fontenay-Emblem. Den Lehrkräften wurde eine im Glaswürfel gefasste französische „Marianne“ überreicht, die in der Austauschvitrine BBR ihren Ehrenplatz finden wird.
Und am Samstagabend hatten die Austauschteilnehmer dann Gelegenheit, auf einer Party die Kontakte zu ihren französischen Gastgebern in lockerer Atmosphäre – d.h. auch ohne Lehrer und Programmdruck -  bei Musik und Tanz zu vertiefen.
 
Interessante Eindrücke konnten die Deutschen auch im französischen collège sammeln – einer Ganztageschule mit Mensa. Eine Unterrichtsstunde dauert  55 Minuten, vier finden am Vormittag statt, drei am Nachmittag. Hier nahm man in verschiedenen Klassen am Unterricht teil und diskutierte  in einer bilingualen Unterrichtsstunde über die Eindrücke während des Austauschprogramms.
 Die herzliche Verabschiedung am Bahnhof in Fontenay-aux-Roses zeigte, dass die Begegnung ein Erfolg war und dass solche Schülerautausche auch nach über fünfzig Jahren deutsch-französischer Freundschaft immer wieder wichtig sind,
um diese mit Leben zu füllen.
vorwaerts