Besuch in Fontenay-aux-Roses zum 92. Jahrestag des Waffenstillstands 1918

Der 11. November, der Tag des Waffenstillstands 1918, ist der wichtigste und emotional am stärksten besetzte der neun nationalen Gedenktage Frankreichs. Es ist deshalb eine große Geste der deutsch-französischen Aussöhnung im Rahmen der Stadtepartnerschaften, wenn auch in diesem Jahr wieder eine Delegation aus Wiesloch zur Teilnahme an der Gedenkfeier in die französische Partnerstadt Fontenay-aux-Roses eingeladen war.
Der Vorsitzende des Freundeskreises der Wieslocher Städtepartnerschaften, Klaus Rothenhöfer, hatte nach Vorschlägen von VdK und DRK eine kleine Delegation ehemaliger Kriegsteilnehmer und Kriegsgefangenen des zweiten Weltkriegs zusammengestellt, die am Mittwoch um 13 Uhr in Wiesloch-Walldorf startete, um in weniger als vier Stunden am Gare de l'Est in Paris anzukommen, wo sie von Maire adjointe Zineb Simon und Stadträtin Monika Miller bereits erwartet wurden.
Obwohl die Feierstunde am 11. November bei regnerischen Wetter und inmitten der trotz Feiertags geöffneten Marktstände stattfand, konnte sich niemand der Bedeutung des Augenblicks entziehen. Die Fahnenträger der zahlreichen Ehemaligen- und Aktivenorganisationen ebenso wie der nationalen Hilfsorgansiationen bildeten den Rahmen für die Ansprachen.
In der frankreichweit verlesenen Botschaft des Ministère de la Défence wurde neben dem Gedenken an die Opfern der Kriege in diesem Jahr insbesondere der Pariser Studenten und Schüler gedacht, die sich während der deutschen Besatzungszeit trotz Verbots am 11. November 1940 zum traditionellen Gedenken versammelten. Bürgermeisterin Anne Mitchell aus Elstree-Borehamwood, der englischen Partnerstadt von Fontenay-aux-Roses, Bürgermeister Pascal Buchet, Fontenay-aus Roses, und Oberbürgermeister Franz Schaidhammer würdigten in ihren Ansprachen die Gefallenen und Verwundeten und riefen dazu auf, alles dafür zu tun, dass sich solch schreckliche Ereignisse nicht wiederholen.
Im Anschluss an die Feier auf dem Marktplatz vor dem Gefallenendenkmal begab man sich zum nahegelegenen Friedhof, um den dort begrabenen Soldaten und verstorbenen Verantwortlichen der Veteranenvereine die Ehre zu erweisen. Traditionell schließt sich ein Empfang im Rathaus und ein Mittagessen mit den Mitgliedern des Traditionsvereine an.
Im Rahmen des Besuchs informierten sich OB Franz Schaidhammer und Stadtrat Klaus Rothenhöfer noch über den "Pedibus", das französische Pendant zum Wieslocher "Laufbus". Maire adjointe Zineb Simon zeigte den Wieslocher Kommunalpolitikern stolz das am gleichen Tag einzuweihende "Kindergartenrestaurant" der l’école maternelle Jean Macé, Teil eines Programms zur Renovierung aller Schulkantinen. Mit Bürgermeister Pascal Buchet diskutierte man mögliche Erweiterungen des Austauschprogramms. Nachdem Schul- und Sportaustausche regelmäßig stattfinden, denkt er verstärkt an kulturelle und witschaftliche Begegnungen.

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